Generaldirektor des CERN auf Antrittsbesuch in Bern
Bern, 20.08.2026 — Am 20. August 2026 hat Guy Parmelin, Bundespräsident und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), den neuen Generaldirektor des CERN, Mark Thomson, zu einem Arbeitsbesuch in Bern empfangen. Im Zentrum des Treffens standen die Beziehungen zwischen dem CERN und der Schweiz, wo das Europäische Laboratorium für Teilchenphysik seinen Sitz hat. Bundespräsident Guy Parmelin versicherte dem Generaldirektor, dass die Schweiz das CERN auch künftig dabei unterstützen wird, seine weltweit führende Stellung in der Teilchenphysik zu behaupten.
Das CERN, eine der ältesten und bedeutendsten internationalen Forschungsorganisationen der Welt, hat seinen Sitz seit seiner Gründung im Jahr 1954 in der Schweiz. Entsprechend wichtig ist es für die Schweiz, auf höchster Ebene enge Beziehungen zum CERN zu pflegen. Traditionell empfängt das für die Forschung zuständige Bundesratsmitglied die Generaldirektorin oder den Generaldirektor des CERN zu Beginn der neuen Amtszeit in Bern. Dieser Tradition folgend wurde heute Mark Thomson in Bern empfangen.
Im Gespräch zwischen dem Generaldirektor und dem Bundespräsidenten ging es insbesondere um die Fortschritte bei den 2021 eingeleiteten Massnahmen zur besseren Begleitung der Projekte des CERN, die nächsten Schritte im Hinblick auf den Entscheid über die Realisierung des Future Circular Collider (FCC), die von der Schweiz lancierten Initiativen zur Vorbereitung von Akteuren aus Bildung, Forschung und Innovation auf künftige CERN-Experimente sowie die Nutzung der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten der am CERN durchgeführten Forschung.
Nebem seinem Treffen mit dem Bundespräsidenten nahm Mark Thomson an drei Veranstaltungen teil, die von der Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation, Martina Hirayama, organisiert wurden. Am Vormittag traf sich der Generaldirektor zu Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Schweizer Teilchenphysikforschung, insbesondere mit den Trägern der vom Bund unterstützten Initiativen CHART (Swiss Accelerator Research and Technology) und CHEF (Swiss High Energy Physics for the FCC). Diese zwei Initiativen sind darauf ausgerichtet, die Schweiz im Hinblick auf die künftigen Möglichkeiten des CERN zu positionieren. Am Mittag nahm er zusammen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern des ETH-Rats, von swissuniversities, des Schweizerischen Nationalfonds und weiterer Institutionen an einem Runden Tisch teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das CERN und die Schweizer Forschungsgemeinschaft gegenseitig von ihrer Zusammenarbeit profitieren können. Am Nachmittag trafen schliesslich verschiedene Führungskräfte von Schweizer Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Industrie mit dem Generaldirektor zusammen, um über die Rolle des CERN als Motor für Innovationen in der Schweiz zu diskutieren.
Das CERN: weltweit führend in der Teilchenphysik
Das 1954 unter der Schirmherrschaft der UNESCO gegründete CERN hat sich nordwestlich von Genf beiderseits der französisch-schweizerischen Grenze niedergelassen und mittlerweile zur weltweit führenden Organisation auf dem Gebiet der Teilchenphysik entwickelt. Die bedeutendste Anlage des CERN ist der Large Hadron Collider (LHC), der in einem 27 Kilometer langen ringförmigen Tunnel verläuft. Die am LHC durchgeführten Experimente ermöglichten 2012 den experimentellen Nachweis des Higgs-Bosons und bestätigten damit die Gültigkeit des Standardmodells der Teilchenphysik. Am CERN, wo eine Gemeinschaft von rund 17 000 Forschenden zusammenarbeitet, werden jedoch auch zahlreiche weitere Experimente durchgeführt, aus denen vielfältige Anwendungen hervorgegangen sind. Diese haben mit der Erfindung des World Wide Web die Gesellschaft grundlegend verändert und zu bedeutenden Fortschritten in der Medizin beigetragen, etwa durch die Entwicklung der Hadronentherapie zur Krebsbehandlung. In den 72 Jahren seines Bestehens hat das CERN zudem gezeigt, dass die Wissenschaft einen Beitrag zum Frieden leisten kann, und es hat zahlreichen Projekten als Vorbild gedient.
Heute zählt das CERN 25 Mitgliedstaaten und 11 assoziierte Mitgliedstaaten. Das Budget des CERN für 2026 sieht Gesamteinnahmen in Höhe von 1280 Millionen Franken vor. Die Schweiz wird als Mitgliedstaat einen Beitrag von 46,5 Millionen Franken leisten. Dies entspricht 3,8 Prozent der von den 25 CERN-Mitgliedstaaten zu entrichtendenBeiträge. An den meisten Schweizer Hochschulen gibt es Forschungsgruppen, die die Einrichtungen des CERN nutzen.