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MedienmitteilungVeröffentlicht am 17. Februar 2026

Brandkatastrophe Crans-Montana: Nationale Koordination für die Rückverlegung der Patientinnen und Patienten in die Schweiz

Bern, 17.02.2026 — Erste Patientinnen und Patienten der Brandkatastrophe von Crans-Montana konnten aufgrund ihres verbesserten Zustandes bereits aus den Brandzentren im Ausland in die Rehabilitation in der Schweiz überführt werden. Bund, Kantone und betroffene Institutionen treffen gemeinsam Vorbereitungen, damit bei der Rückverlegung die bestmögliche Anschlussbehandlung garantiert ist und den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen möglichst gut entsprochen werden kann.

Bis am 30. Januar 2026 besuchten zwei Swiss Contact Teams alle Patientinnen und Patienten mit Schweizer Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz in der Schweiz, welche in Spezialkliniken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien behandelt werden.

Für alle Patientinnen und Patienten konnte ein erwarteter Rückverlegungszeitraum und der erwartete Bedarf an Nachsorge in der Schweiz erfasst werden. Unter den Patientinnen und Patienten im Ausland gibt es weiterhin Personen, die in einem kritischen Zustand sind, aber auch Patientinnen und Patienten, die bereits in diesen Tagen in die Schweiz rückverlegt oder nach Hause entlassen werden können. Entsprechend werden sich die Rückverlegungen über einen längeren Zeitraum verteilen und die dafür notwendigen Kapazitäten rechtzeitig aufgebaut und zur Verfügung gestellt werden können.

Neben den Rückverlegungen aus dem Ausland gilt es auch die Verlegungen aus Schweizer Akutspitälern in die Rehabilitation zu planen und die entsprechenden Kapazitäten bereitzustellen.

Enge Absprache zwischen Bund, Kantonen und betroffenen Institutionen

Operativ koordiniert wird die Rückverlegung der Patientinnen und Patienten aus dem Ausland durch ein Medical Board. Das Medical Board setzt sich aus Expertinnen und Experten aus Schweizer Verbrennungszentren, Rehakliniken und weiteren Fachpersonen zusammen. Es ist bei der Nationalen Alarmzentrale im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) angegliedert. Der Rückverlegungsprozess sieht vor, dass das Medical Board den Kontakt zu den europäischen Verbrennungszentren sicherstellt und den Transport und die Aufnahme in die betroffenen Einrichtungen in der Schweiz koordiniert. Die meisten Patientinnen und Patienten werden zuerst in ein Schweizer Verbrennungszentrum und danach in eine Rehabilitationsklinik verlegt.

Die strategische und politische Koordination der Reha-Kapazitäten nimmt die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) wahr. Beteiligt sind die betroffenen Kantone, Bundesstellen und Rehakliniken.

Die auf die Rehabilitation von Personen mit Brandverletzungen spezialisierten Suva-Kliniken in Bellikon und Sion bauen ihre Kapazitäten aktuell aus und stellen gleichzeitig sicher, dass bei Bedarf weiterhin Plätze für Patientinnen und Patienten aus anderen Ereignissen zur Verfügung stehen. Es zeichnet sich ab, dass alle Patientinnen und Patienten mit Schweizer Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz in der Schweiz auch in einer Rehaklinik in der Schweiz behandelt werden können. Bei der medizinischen Behandlung gilt es auch die psychosoziale Begleitung sicherzustellen.

Grosse internationale Solidarität

Zahlreiche europäische Staaten haben im Rahmen des Union Civil Protection Mechanism (UCPM) unmittelbar nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana am 1. Januar 2026 spezialisierte Verbrennungsbehandlungsplätze, medizinische Teams und Patiententransporte angeboten. Via die Nationale Alarmzentrale, die als «Point of Contact» für diesen Prozess fungiert, konnten 38 Patientinnen und Patienten in spezialisierte Kliniken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien transferiert werden.

Derzeit werden 36 Patientinnen und Patienten, darunter 16 Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit und 5 Patientinnen und Patienten ausländischer Nationalität, aber mit Wohnsitz der Schweiz im Ausland behandelt. Von den 36 Patientinnen und Patienten werden 16 in Frankreich, 5 in Deutschland, 12 in Italien und 3 in Belgien behandelt.

In der Schweiz werden derzeit 31 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. 22 Patientinnen und Patienten befinden sich in Spitälern, 9 in Rehabilitationskliniken (Stand aller Zahlen: 16.02.2026).

Kontakt GDK:
Tobias Bär
Kommunikation GDK
+41 31 356 20 39
tobias.baer@gdk-cds.ch