Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hat die Weltgesundheitsversammlung eröffnet
Bern, 18.05.2026 — Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider betonte in ihrer Rede zum Auftakt der diesjährigen Weltgesundheitsversammlung (WHA) vom 18. Mai 2026 in Genf die Bedeutung einer nachhaltig finanzierten Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Organisation müsse in der Lage sein, die globalen Gesundheitsherausforderungen zu bewältigen. Die Bundesrätin bekräftigte zudem das Engagement der Schweiz für den Multilateralismus sowie für die Rolle der Stadt Genf als Zentrum der globalen Gesundheit. Am Rande der Versammlung organisierte die Schweiz eine Veranstaltung zu vertrauenswürdigen Gesundheitsdaten im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI).
Die 79. Weltgesundheitsversammlung steht unter dem Motto «Die globale Gesundheit neu definieren: eine gemeinsame Aufgabe». Bundesrätin Baume-Schneider hielt als Gesundheitsministerin des Gaststaates traditionsgemäss die Eröffnungsrede. Sie würdigte dabei das grosse Engagement der WHO-Mitarbeitenden, die trotz anspruchsvollem Umfeld mit deutlich reduziertem Budget und viel weniger Personal die zentralen Aufgaben der Organisation aufrechterhalten. Sie wies zudem auf die wichtige Rolle der WHO als normative, technische und koordinierende Instanz für die globale Gesundheit hin. Eine Rolle, die die Organisation angesichts so verschiedenartiger Herausforderungen wie dem Hanta- oder dem Ebolavirus voll und ganz wahrnimmt.
Vertrauenswürdige Gesundheitsdaten im Zeitalter der KI
Am Eröffnungstag organisierte die Schweiz gemeinsam mit Kanada und Peru eine Veranstaltung zum Thema «Vertrauenswürdige Gesundheitsdaten für eine wirksame Gesundheitspolitik im Zeitalter der KI». Im Fokus stand die Bedeutung vertrauenswürdiger offizieller Gesundheitsdaten, der Umgang mit Fehl- und Desinformation im Gesundheitsbereich sowie der Einfluss von KI, insbesondere im Hinblick auf Datenauffindbarkeit. Qualitativ hochwertige, verlässliche Gesundheitsdaten sind entscheidend für eine evidenzbasierte Gesundheitspolitik. Die Schweiz positioniert Genf als globales Zentrum für vertrauenswürdige Gesundheitsdaten.
Gesundheitspolitische Schwerpunkte der WHA 2026
Zu den wichtigsten Themen der diesjährigen WHA – die bis zum 23. Mai dauert – zählen für die Schweiz die Stärkung der psychischen Gesundheit, der Umgang mit antimikrobieller Resistenz sowie die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit der WHO zur Vorbereitung auf Gesundheitskrisen sowie deren Bewältigung. Dazu gehören unter anderem die Verhandlungen zu einem Anhang des WHO-Pandemieabkommens. Dieser soll einen Mechanismus schaffen, dessen Ziel es ist, auf internationaler Ebene den raschen Zugang aller Länder zu Krankheitserregern mit pandemischem Potenzial sowie eine gerechte Aufteilung der daraus entstehenden Vorteile zu regeln – insbesondere im Hinblick auf Forschung, Impfstoff- und Medikamentenentwicklung.
Da die Mitgliedstaaten sich bisher nicht über den Text des Anhangs einigen konnten, haben sie beschlossen, die Verhandlungen um ein Jahr zu verlängern. Das Pandemieabkommen wurde zwar bereits vor einem Jahr verabschiedet, aber erst mit dem Abschluss dieses Anhangs kann der Weltgesundheitsversammlung ein abschliessendes Verhandlungsergebnis unterbreitet werden.
Die Schweiz im Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation
Mit dieser Versammlung beschliesst die Schweiz ihr dreijähriges Mandat im WHO-Exekutivrat. Der Rat setzt sich aus 34 Mitgliedstaaten zusammen und bereitet die Entscheidungen der Weltgesundheitsversammlung vor.
Die Weltgesundheitsversammlung ist das oberste Entscheidungsorgan der WHO. Sie bestimmt die inhaltliche, organisatorische und finanzielle Ausrichtung der Organisation und tagt jeweils im Mai in Genf.