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MedienmitteilungVeröffentlicht am 24. September 2026

OSZE-Konferenz in Zug zum Thema «Deeskalation im Cyberraum: Mediation und präventive Diplomatie»

Bern, 24.09.2026 — Wie lässt sich verhindern, dass Cybervorfälle zu internationalen Krisen und Konflikten eskalieren oder bestehende Spannungen verschärfen? Dieser Frage widmet sich die internationale Konferenz zum Thema «Deeskalation im Cyberraum: Mediation und präventive Diplomatie», die die Schweiz am 29. und 30. September in Zug organisiert. Es ist die letzte thematische Konferenz im Rahmen des diesjährigen Schweizer Vorsitzes der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor dem Jahrestreffen des Ministerrats, das am 3. und 4. Dezember 2026 in Lugano stattfindet. Bundesrat Martin Pfister, Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, wird die Konferenz eröffnen. Den Abschluss bildet die Rede von Bundesrat Ignazio Cassis, amtierender Vorsitzender der OSZE und Vorsteher des EDA.

Die zunehmende digitale Vernetzung sowie neue Technologien wie künstliche Intelligenz und die Fortschritte in der Quanteninformatik verändern die internationale Sicherheitslandschaft. Cyberangriffe, Spionage, Sabotage oder Desinformation können rasch das Vertrauen zwischen Staaten untergraben, Fehlwahrnehmungen begünstigen und Spannungen verschärfen – insbesondere wenn Urheberschaft und Auswirkungen eines Vorfalls unklar sind. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Diplomatie und Cybersicherheit diskutieren deshalb darüber, wie Stabilität und Vertrauen im Cyberraum gestärkt werden können und welchen Beitrag präventive Diplomatie und Mediation leisten können, um Eskalationen frühzeitig entgegenzuwirken und den Dialog zwischen Staaten aufrechtzuerhalten.

Cyberdiplomatie ist Friedenspolitik im digitalen Zeitalter

Die Konferenz knüpft an die Prioritäten des Schweizer OSZE-Vorsitzes 2026 an, der sich für eine inklusive multilaterale Diplomatie und die Stärkung von Frieden, Sicherheit und Stabilität einsetzt. Damit unterstreicht die Schweiz, dass Cyberdiplomatie zunehmend zu einem Instrument der Friedenspolitik im digitalen Zeitalter wird und zeigt auf, wie präventive Diplomatie einen Beitrag zu Frieden und internationaler Sicherheit leisten kann. Die Schweiz nutzt ihren OSZE-Vorsitz, um ihre Erfahrungen in der Konfliktprävention und Mediation mit ihrer Expertise in Innovation sowie Cybersicherheit zu verbinden und sich für einen sicheren, stabilen sowie verantwortungsvoll genutzten Cyberraum einzusetzen.

Vertrauensbildenden Massnahmen stärken und weiterentwickeln

Die OSZE hat als erste internationale Organisation 16 vertrauensbildende Massnahmen zur Förderung von Transparenz und Kommunikation zwischen den Staaten sowie zur Reduzierung von Konflikten nach Cybervorfällen angenommen. Die Konferenz widmet sich der Frage, wie diese Instrumente in Krisensituationen noch wirksamer eingesetzt werden können, um den Dialog aufrechtzuerhalten, Eskalationen vorzubeugen und Krisen zu bewältigen.

Im Fokus steht dabei auch die Mediation im Cyberraum – der sogenannten Cybermediation – als neues Instrument der diplomatischen Konfliktprävention. Bei der Cybermediation werden digitale Technologien und Online-Plattformen eingesetzt, um Verhandlungen auch über räumliche Distanzen hinweg zu ermöglichen. Sie kann dazu beitragen, Vertrauen zu stärken, den Dialog auch in angespannten Situationen aufrechtzuerhalten und Missverständnisse frühzeitig auszuräumen. Denn auch im digitalen Zeitalter bleibt eine zentrale Voraussetzung für Frieden unverändert: Staaten müssen miteinander kommunizieren können, insbesondere dann, wenn Vertrauen und Sicherheit unter Druck geraten.

Die Konferenz beleuchtet zudem, welchen Beitrag nichtstaatliche Akteure und neue Technologien zur Prävention und Bewältigung von Krisen leisten können. Nichtstaatliche Akteure können beispielsweise durch Frühwarnungen, technisches Fachwissen und Lageerkenntnisse dazu beitragen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und ein umfassenderes Lagebild zu schaffen.

Weitere Informationen

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Schweizer OSZE-Vorsitz 2026

Newsticker zum OSZE-Vorsitz der Schweiz