Die Schweiz setzt sich für eine nachhaltige Reintegration und die Entwicklung der Herkunftsländer ein
Bern-Wabern, 12.05.2026 — Die Schweiz und Tunesien leiten gemeinsam eine Konferenz im Rahmen des Rabat-Prozesses, die darauf abzielt, die nachhaltige Reintegration von zurückgekehrten Migrantinnen und Migranten und die Entwicklung der Herkunftsländer stärker miteinander zu verknüpfen. Teilnehmer sind über 30 Länder entlang der Migrationsrouten zwischen Afrika und Europa.
Am 12. Mai 2026 führen die Schweiz und Tunesien gemeinsam den Vorsitz einer Konferenz in Lausanne, die sich mit der nachhaltigen Reintegration von Rückkehrerinnen und Rückkehrern und der Entwicklung der Herkunftsländer befasst. Dabei kommen Vertreterinnen und Vertreter von über 30 europäischen und afrikanischen Staaten zusammen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft zu stärken und so konkrete und innovative Lösungen zu finden. Die Konferenz erfolgt im Rahmen des euro-afrikanischen Dialogs zu Migration und Entwicklung, dem sogenannten Rabat-Prozess.
Die nachhaltige Reintegration von Rückkehrerinnen und Rückkehrern in ihren Herkunftsländern ist ein wesentliches Element einer wirksamen Migrationsgouvernanz unter Wahrung der Menschenrechte. Durch die erhaltene Unterstützung werden zurückgekehrte Migrantinnen und Migranten zu Akteuren der Entwicklung ihrer Herkunftsländer, indem sie Wissen und Fähigkeiten weitergeben und in Mikrounternehmen investieren.
Im Jahr 2025 kehrten 132 660 Personen aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) in ihr Herkunftsland zurück. Die nachhaltige berufliche und gesellschaftliche Reintegration ist ein Pfeiler der Schweizer Rückkehrpolitik und stellt sowohl für die Rückkehrländer als auch für die Migrantinnen und Migranten eine Chance dar.
Verstärkte Migrationszusammenarbeit mit Tunesien
Der gemeinsame Vorsitz dieser Konferenz ermöglicht der Schweiz und Tunesien, ihre Beziehungen und die Zusammenarbeit im Migrationsbereich zu stärken. Im Rahmen der seit 2012 bestehenden Migrationspartnerschaft mit Tunesien verfolgt die Schweiz einen ganzheitlichen Ansatz: sichere Grenzen, Förderung regulärer Migrationswege, würdevolle Rückkehr und Reintegration sowie Schutz von Migrantinnen und Migranten.
Schweizer Vorsitz des Rabat-Prozesses im Jahr 2026
Die Konferenz in Lausanne ist die erste Veranstaltung im Rahmen des Rabat-Prozesses unter Schweizer Vorsitz. Die Schweiz hat im Jahr 2026 den Vorsitz des euro-afrikanischen Dialogs zu Migration und Entwicklung (Rabat-Prozess) übernommen. Der Rabat-Prozess umfasst 28 afrikanische und 29 europäische Staaten sowie weitere wichtige Akteure wie die EU und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Er bietet einen Rahmen für Dialog und Konsultation zwischen Herkunfts-, Transit- und Zielstaaten mit dem Ziel, koordinierte und ausgewogene Lösungen für die Herausforderungen der Migration zu finden.