Bundesrat genehmigt Schutz- und Nutzungsplanungen für drei Wasserkraftprojekte
Bern, 19.06.2026 — Der Bundesrat hat am 19. Juni 2026 den Schutz- und Nutzungsplanungen für drei Wasserkraftprojekte zugestimmt. Dabei geht es um die Vergrösserung des Grimselsees (BE) und um Nutzungen der Flüsse Muota (SZ) und Morobbia (TI). Mit diesen Schutz- und Nutzungsplanungen kann mehr Strom produziert werden. Gleichzeitig wird der Schutz von Tieren und Pflanzen gesichert.
Die vom Kanton Bern eingereichte Schutz- und Nutzungsplanung im Haslital (BE) sieht vor, dass die Restwassermengen bei vier Wasserentnahmestellen der Kraftwerke Oberhasli (KWO) im oberen Haslital und im Gadmertal erhöht werden. Sie dienen dem Schutz der Gewässer und den von ihnen abhängigen Lebensräumen.
Dies ist eine Ausgleichsmassnahme für die Vergrösserung des Grimselsees. Die KWO plant, zwei Staumauern um 23 Meter zu erhöhen. Durch die zusätzliche Wasserspeicherung kann die KWO die Energieproduktion von 270 GWh auf 510 GWh pro Jahr steigern. Die Schutz- und Nutzungsplanung sieht für eine Wasserfassung eine reduzierte Restwassermenge und für drei Wasserfassungen im oberen Haslital keine Abgabe von Restwasser mehr vor. Dadurch können zusätzlich 8 GWh pro Jahr gewonnen werden. Es handelt sich bei diesen Gewässern um steile und kurze Restwasserstrecken, die begrenztes ökologisches Potenzial aufweisen und keine Fischgewässer sind.
Schutz- und Nutzungsplanung an der Morobbia
Die Azienda Multiservizi Bellinzona (AMB) nutzt im Tessin das Wasser der Morobbia und ihrer Zuflüsse Valmaggina und Carmena zur Stromproduktion. Mit der Schutz- und Nutzungsplanung sollen der Betrieb der bestehenden Anlagen und der Schutz der Gewässer im Einzugsgebiet verbessert werden.
Vorgesehen ist, bei einer Wasserentnahme auf die Restwasserabgabe zu verzichten und bei einer anderen Entnahme die Restwassermenge zu reduzieren. Als Kompensation für diese Mehrnutzung sind verschiedene Ausgleichsmassnahmen vorgesehen. Die jährliche Stromproduktion wird nach Umsetzung aller Massnahmen rund 38 GWh betragen; das sind rund 3,74 GWh weniger im Vergleich zu heute.
Schutz- und Nutzungsplanung Muota
Im Einzugsgebiet der Muota im Kanton Schwyz betreibt die ebs Energie AG sechs Wasserkraftwerke. Die Muota und ihre Zuflüsse sind wertvolle Fischgewässer mit geschützten Arten und mehreren Schutzgebieten.
Im Rahmen der Konzessionserneuerung hat die ebs Energie AG eine Schutz- und Nutzungsplanung erarbeitet. Diese sieht vor, dass bei sieben Wasserfassungen die Restwassermengen saisonal reduziert werden und bei einer Fassung gar kein Restwasser abgegeben wird. Als Ausgleich dafür soll bei bestimmten Fassungen in gewissen Monaten die Restwassermenge erhöht werden. Einige Fassungen werden aufgegeben und zurückgebaut, geplante Neubauprojekte werden nicht realisiert. Zudem erfolgen Aufwertungen durch Revitalisierungen. Durch die Schutz- und Nutzungsplanung an der Muota entstehen gegenüber heute keine Produktionseinbussen.
Was ist eine Schutz- und Nutzungsplanung?
Gemäss Gewässerschutzgesetz muss unterhalb von Wasserentnahmen für die Stromproduktion eine angemessene Restwassermenge in Flüssen verbleiben. Die natürlichen Funktionen des Gewässers sollen dadurch gewahrt werden. In Ausnahmefällen können die Kantone Restwassermengen festlegen, die das gesetzliche Minimum unterschreiten. Es braucht aber geeignete Massnahmen zum Ausgleich. In einer Schutz- und Nutzungsplanung wird festgelegt, wie Schutz und Nutzung der Gewässer aufeinander abgestimmt werden. Diese Möglichkeit ist seit dem Jahr 1991 gesetzlich verankert.