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MedienmitteilungVeröffentlicht am 27. Januar 2026

Schweiz verurteilt den Einsatz chemischer Waffen in Syrien

Bern, 27.01.2026 — Die Schweiz nimmt Kenntnis vom 5. Bericht des Untersuchungsausschusses der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW), der die Urheberschaft eines Chemiewaffeneinsatzes vom 01. Oktober 2016 in der syrischen Stadt Kafr Zeita im Gouvernement Hama untersuchte. Die Schweiz verurteilt den Einsatz chemischer Waffen in aller Schärfe und fordert, dass die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden.

Der fünfte Bericht des Untersuchungsausschusses der OPCW («Investigation and Identification Team», IIT), der am 21. Januar 2026 veröffentlicht wurde, untersuchte einen Chemiewaffeneinsatz in Kafr Zeita, 30 Kilometer nördlich von Hama. Das IIT kommt zum Schluss, dass berechtigte Gründe zur Annahme bestehen, dass es sich bei den Tätern um Personen handelt, die zum Zeitpunkt der Tat den sogenannten Tiger Forces der syrischen Armee angehörten. Der IIT hält fest, dass im Rahmen einer Militäroffensive, die darauf abzielte, den Vormarsch der Opposition in Richtung der Stadt Hama zu stoppen, ein Helikopter der syrischen Luftwaffe am Abend des 1. Oktober 2016 mindestens einen gelben Zylinder abgeworfen hat. Der Druckzylinder traf zwei Lüftungsöffnungen in der Nähe des Al Maghara-Krankenhauses im Wadi al-Aanz in Kafr Zeita. Beim Aufprall setzte der Zylinder Chlorgas frei, das sich ausbreitete und mindestens 35 Personen verletzte.

Die Schweiz, die bei der OPCW durch Botschafterin Corinne Cicéron Bühler vertreten wird, verurteilt diesen Einsatz chemischer Waffen in aller Schärfe. Das Verbot zum Einsatz chemischer Waffen gilt zu jeder Zeit und unter jeglichen Umständen. Es handelt sich bei dem fünften Bericht des IIT um einen weiteren Beweis für die systematische Verwendung giftiger Chemikalien als Waffen gegen die eigene Bevölkerung durch die ehemaligen syrischen Behörden.

Die Verantwortlichen für Völkerrechtsverbrechen, inklusive den Verantwortlichen für Chemiewaffeneinsätze, müssen in unabhängigen, unparteiischen und fairen Verfahren und im Einklang mit dem Völkerrecht zur Rechenschaft gezogen werden. Die Schweiz unterstützt Organisationen und Massnahmen, die zum Ziel haben, Völkerrechtsverbrechen aller Parteien zu dokumentieren und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Dazu gehören neben dem IIT auch UNO-Mechanismen wie der «International, Impartial and Independent Mechanism for Syria» (IIIM) sowie syrische NGOs. Die Schweiz begrüsst die Zusammenarbeit der syrischen Übergangsregierung mit der OPCW und dem IIT.

Die Schweiz wird ihr humanitäres Engagement für die vom Konflikt betroffene Bevölkerung in Syrien und den Nachbarländern, welche die Mehrheit der Flüchtlinge aufgenommen haben, weiterführen. Zudem wird sie weiterhin ihre guten Dienste anbieten, um einen Beitrag zu einem nachhaltigen Frieden in Syrien zu leisten.