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MedienmitteilungVeröffentlicht am 19. Oktober 2026

Bundesrat Cassis und Bundesrätin Baume-Schneider empfangen den kolumbianischen Aussenminister Omar Bula

Bern, 19.10.2026 — Bundesrat Ignazio Cassis hat am 19. Oktober 2026 den kolumbianischen Aussenminister Omar Bula zu einem Arbeitstreffen in Bern empfangen. Im Zentrum der Gespräche standen die bilateralen Beziehungen, die Schweizer Unterstützung für Kolumbien nach dem Erdbeben von August 2026, sowie die Friedens- und Sicherheitslage in Kolumbien und der Region. Zuvor traf sich Aussenminister Bula mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, um ein Sozialversicherungsabkommen zwischen den beiden Ländern zu unterzeichnen und sich über die bilaterale kulturelle Zusammenarbeit auszutauschen.

Die Schweiz und Kolumbien unterhalten enge und vielfältige Beziehungen. Die Schweiz ist der viertgrösste ausländische Investor in Kolumbien. Beim Treffen erörterten Cassis und Bula Möglichkeiten, wie die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter gestärkt und die Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen verbessert werden können.

Thematisiert wurde auch die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation, insbesondere bei der dualen Berufsbildung, der Forschungsförderung und der Unterstützung von Start-ups. Zudem wurde die Schweizer Hilfe nach dem Erdbeben vom August 2026 angesprochen: Die Schweiz stellte eine Million Franken für die Nothilfe und den Wiederaufbau bereit. Sie begrüsst die Anstrengungen der kolumbianischen Regierung und bekräftigt ihre Bereitschaft, den Wiederaufbau auf Grundlage des angekündigten Wiederaufbauplans weiter zu unterstützen.

Langjähriger Partner der kolumbianischen Friedensbemühungen

Ein weiterer Schwerpunkt war die Friedens- und Sicherheitslage in Kolumbien. Seit über 25 Jahren unterstützt die Schweiz die kolumbianischen Friedensbemühungen, insbesondere die Umsetzung des Abkommens von 2016 mit den FARC-EP. Die Schweiz hat bei den Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien vermittelt. «Die Schweiz ist weiterhin bereit, ihre Expertise und Unterstützung für die Demobilisierung bewaffneter Gruppen und für nachhaltige Lösungen in den von Gewalt betroffenen Regionen einzubringen», sagte Bundesrat Ignazio Cassis.

Die beiden Aussenminister sprachen auch über die regionalen Entwicklungen. Dabei ging es insbesondere um die Lage in Venezuela, Brasilien, Kuba und Nicaragua.

Unterzeichnung eines Sozialversicherungsabkommens

Im Rahmen dieses Besuchs unterzeichneten der kolumbianische Aussenminister Omar Bula und Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ein Sozialversicherungsabkommen. Dieses regelt die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kolumbien im Bereich der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge. Es koordiniert den Zugang zu Leistungen und ermöglicht die Auszahlung von Renten im Ausland. Zudem fördert es den wirtschaftlichen Austausch zwischen den beiden Ländern, indem es die Entsendung von Personal in den anderen Staat erleichtert. Es enthält auch Bestimmungen zur Verwaltungszusammenarbeit und zur Missbrauchsbekämpfung. Das Abkommen muss noch von den Parlamenten beider Staaten genehmigt werden.

Rückführung von Kulturgütern

Die Vorsteherin des Departements des Innern und der kolumbianische Aussenminister erklärten zudem, dass sie die bilaterale Zusammenarbeit beim Kulturgüterschutz und der Bekämpfung des illegalen Kulturgütertransfers ausbauen wollen. Seit dem Inkrafttreten der bilateralen Vereinbarung über die Einfuhr und die Rückführung von Kulturgut im Jahr 2011 hat die Schweiz 19 Kulturgüter an Kolumbien zurückgegeben. Weitere Restitutionen stehen bevor, darunter im November 2026 die freiwillige Rückführung von rund 30 archäologischen Objekten aus dem Besitz von Privatpersonen.

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